September 2026
CRISÁLIDA
Ein poetischer Theaterabend (nicht nur) über das Erwachsenwerden
In der Reihe „Protagonistas“ – Aufführungen in spanischer Sprache
Zwischen Vorhängen, schwebenden Erinnerungen und geometrischen Käfigen entfaltet sich in CRISÁLIDA ein poetischer Theaterabend über das Erwachsenwerden, familiäre Gewalt und die Suche nach einer eigenen Identität.
Im Zentrum steht Lu — eine junge Figur an der Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsenenwelt. Eingeschlossen in emotionale, religiöse und familiäre Strukturen versucht Lu, die widersprüchlichen Stimmen zu verstehen, die den eigenen Körper, die eigenen Wünsche und die eigene Wahrnehmung formen. Die Bühne wird dabei zum inneren Raum: ein fragiles Labyrinth aus Metallrahmen, Licht und Erinnerungsfragmenten.
Die Inszenierung arbeitet mit surrealen Bildern, stilisierten Körpern und symbolischen Räumen. Figuren tauchen auf wie Projektionen eines familiären Systems, das gleichzeitig Schutzraum und Gefängnis ist. Eltern, Lehrer, religiöse Autoritäten und romantische Erwartungen überlagern sich zu einem permanenten Druck auf die Hauptfigur — bis Realität, Traum und Erinnerung kaum noch voneinander zu trennen sind.
Die geometrischen Metallkonstruktionen wirken wie wandelbare Käfige, Zimmer, Grenzen oder emotionale Zustände. Die Figuren bewegen sich darin wie eingeschlossene Gedanken.
Dabei erzählt CRISÁLIDA seine Geschichte nicht naturalistisch, sondern über körperliche Bilder, Wiederholungen und emotionale Zustände. Die Inszenierung interessiert sich weniger für lineare Erzählung als für die Erfahrung innerer Transformation: für das fragile, oft schmerzhafte Stadium zwischen Anpassung und Selbstwerdung — genau jenem Zustand, den der Titel der „Chrysalis“ bereits andeutet.
Trotz der Schwere seiner Themen bleibt der Abend visuell offen und sinnlich. Humor, Überzeichnung und groteske Momente brechen die psychologische Enge immer wieder auf und verleihen der Produktion eine eigene theatrale Handschrift zwischen zeitgenössischem Lateinamerikanischen Theater, Körpertheater und symbolischer Bildsprache.
Unter der Regie von Julián Gregorio Gaviria entsteht so ein intensiver Ensembleabend über Erinnerung, Identität und die Gewalt unsichtbarer familiärer Systeme — und über den schwierigen Versuch, sich aus ihnen heraus zu verwandeln.
Mit deutschen Übertiteln
Dienstag 15. September 19:30 Uhr
Mittwoch 16. September 19:30
KARTEN
Normalpreis: 15,– Euro
Ermäßigt: 10,– Euro*
Inhaber der SozialCard zahlen nur die Hälfte vom Normalpreis, wenn noch Plätze frei sind.
*Berechtigte siehe „Karten” im Hauptmenü