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Mai 2026

WAR DIARIES - Eine dokumentarische Theaterperformance

Nadia Migdals und Uri Fahndrichs Tagebücher nach dem 7. Oktober 2023 aus unterschiedlichen Kriegsrealitäten

WAR DIARIES ist ein leidenschaftliches Plädoyer für Menschlichkeit und ein Versuch, persönliche Traumata inmitten eines kollektiven Unheils zu verarbeiten – ein Erlebnis, das nicht nur durch bedrückende Ehrlichkeit besticht, sondern auch durch die ungeteilte Menschlichkeit, die wir offenbaren. Nadia Migdal und Uri Fahndrich erschaffen ein eindringliches Zeugnis vom verheerenden Einfluss des Krieges auf das private Universum.

Ab Kriegsbeginn schreiben beide täglich Tagebuch. So entsteht ein dichtes Zeugnis des Kriegsalltags – der Soldat an der Front, die Frau zu Hause mit dem neugeborenen Kind. Sie schreiben, um zu dokumentieren, zu erinnern und zu verarbeiten. Sie filmen, machen Tonaufnahmen in Gaza und in Tel Aviv.

Das Paar versucht einen Blick auf diesen tödlichen Konflikt, indem es seine persönlichsten Zeugnisse dieser Zeit teilen. Diese Tagebücher sind ein Dokument einer Zeit, in der drei Menschen – ein Kind, eine Mutter, ein Soldat – so eng wie noch nie miteinander verbunden waren, obwohl noch nie so weit voneinander entfernt.

Uris Einberufung als Reservist am 7. Oktober 2023 und sein Einsatz in Gaza, wo er als Kommandeur von 80 Soldaten mit schwierigen Entscheidungen ringt, trennt die Familie brutal und bringt Nadia in Tel Aviv unter Raketenbeschuss in die Rolle einer alleinerziehenden Mutter, deren Alltag von der Angst um das Leben ihres Partners geprägt ist.

Diese duale Perspektive beleuchtet die umfassende Verheerung, indem es die menschliche Dimension des Krieges im engsten persönlichen Rahmen aufzeigt.

Nadia Migdal und Uri Fahndrich zeigen, wie zwei Leben auseinanderreißen, wenn das Sein selbst zur Schlacht wird.

Allein auf israelischer Seite verbringen seit dem 7. Oktober über hunderttausend Eltern als Soldat*innen ihren Alltag auf einem Schlachtfeld. Was passiert mit einer Gesellschaft unter solchen Bedingungen? Generationen werden mit den traumatisierenden Folgen des Krieges umgehen müssen. Wie hat dieser Krieg Nadia und Uri verändert? Was bedeutet es konkret, wenn Zerstörung und Hass, Angst und Wut Einzug in den Alltag halten? Der Abend beleuchtet insbesondere auch die Auswirkungen auf die sogenannte Heimatfront, die Familien der Soldaten, die in der medialen Aufbereitung und Wahrnehmung so gut wie nie Platz finden. Es ist ein schonungslos ehrlicher Blick auf die persönlichen und gesellschaftlichen Traumata, die der Krieg mit sich brachte.

Das Stück entfaltet sich in einem kargen Bühnenbild, dessen Herzstück eine schmelzende, tropfende Eiswand, an die Klagemauer erinnernd, ist – eine Metapher für eine Welt, die zu zerfließen droht – und doch fangen beide stets neu an zu erzählen, zu fragen, zu zweifeln. Jede Szene ist ein erneuter Versuch, die erdrückende Realität der Kriegsmonate greifbar zu machen, die Zerrissenheit und den schmerzhaften Überlebenskampf der Seele zu offenbaren. Unter Einbeziehung der persönlichen Video- und Tonaufnahmen, die in Gaza und Israel eingefangen wurden, entsteht ein dichtes Zeugnis des Alltags im Krieg und zeigt seine zerstörerische Kraft auf.

MITWIRKENDE Künstlerische Leitung und Performance: Nadia Migdal, Uri Fahndrich Musik/Sound/Performance: Meni Gross Ausstattung/Licht: Malte Lübben Dramaturgie, External Eye: Orly Noa Rabinyan Untertitel und Assistenz: Khitam Mirjam Hussein Produktionsleitung: Eric Nikodym

Samstag 09. Mai 19:30 Uhr

KARTEN
Normalpreis: 15,– Euro
Ermäßigt: 10,– Euro*
Kinder bis 12 Jahre: 6,50 Euro

Inhaber der SozialCard zahlen nur die Hälfte vom Normalpreis, wenn noch Plätze frei sind.

*Berechtigte siehe „Karten” im Hauptmenü

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